Endless summer road trip

Alle sind geimpft, die Grenzen wieder offen, die Sonne steht hoch am Himmel, es liegt Sommer in der Luft und ich sehne mich nach Salzwassser. Die Sommerferien stehen an und da Fliegen immer noch etwas riskant ist, da die meisten fernen Destinationen immer noch unerreichbar und meistens auch unbesuchbar sind, habe ich mich entschlossen unseren Seat Alhambra etwas umzubauen und bereit für einen Roadtrip zu machen.





Die Surfboards gut verstaut, den Kühlschrank gefüllt, das Bett provisorisch eingebettet und es kann losgehen. Natürlich sollten auf unserer langen Reise nicht nur Wellen im Vordergrund stehen, sondern auch ein wenig kulturelle Stops und den ein oder anderen Hike. Isa und ich begannen in Colmar, gleich hinter der deutsch-französischen Grenze. Ein schönes kleines Städtchen, welches ein paar süße kleine Gassen hat und einen alten Stadtkern. Aber davon sollten wir noch so einige sehen.









Nächster Stop war nämlich Sarlat-la-Caneta auf dem Weg zur Atlantikküste nahe bei Biarritz. Quer durch das Zentralmassiv und durch die Provence, vorbei an den Pyrenäen, kamen wir an einem warmen Tag in Guethary an. Im Hintergrund waren die grünen Ausläufer der Pyrenäen noch zu sehen, während sich die Sonne über das spiegelglatte Wasser langsam senkte. Ein super Start in unseren Roadtrip. Nur die Wellen ließen auf sich warten. Es sollte nicht das letzte Mal sein.







Quer durch das hügelige Nordspanien und die eng bebauten Schluchten des Baskenlandes ging es an Bilbao vorbei bis hin nach San Vicente de al Baquera. Da ich wusste, dass man dort auf dem Hügeln direkt am Strand stehen kann und es ziemlich wellensicher ist, haben wir uns gleich mal eine Woche eingenistet. Allerdings auf einen Campingplatz - quasi Glamping. Denn das Wetter war wechselhaft und wir wollten uns vor dem Regen wappnen. Zudem war die Gegend super schön, die Wellen haben für alle gepasst und Andre, Chrissi und der Rest der Familie kamen wenige Tage danach bei uns an. 














Nach einer schönen Zeit in Kantabrien, ging es quasi ohne Pause durch Asturien bis nach Galizien. Das Ziel des Roadtrips. Wir hatten schon vorab an einen Campingplatz reserviert, was sich als sehr günstig herausstellte. Zunächst war der Strand mit diversen Peaks perfekt für uns, die Wellen waren überdurchschnittlich groß für den üblicherweise relativ flachen Sommer. In der Mitte gab es einen Peak mit sehr langen Linken. Die erste Section, wo auch alle reisdenen Deutschen mit den Locals saßen, war super schnell. Da da meistens keiner rauskam, teilte ich mir 3 Tage lang mit einem einzigen Local den Rest der Welle, die teilweise 200m lang brach bis die Arme nicht mehr wollten. Ein perfektes Training für das relativ neue Brett und die lange Pause. Die Abende waren lang, wir saßen meistens noch bis 22.30 Uhr im Hellen bei einem Hellen oder in meinem Fall Rum. So konnte man nach dem Abendessen nochmals in Wasser springen. 













Selbstverständlich durfte eine Stadtbesichtigung in A Coruna nicht fehlen, die uns sehr gefallen hat. Ihr alternativer, studentischer und gleichzeitig internationaler Flair in Verbindung mit der klassischen spanischen Bauweise vermittelt einen den Eindruck, dass man es dort aushalten könnte. Vor allem die schroffe Küste und das hügelige Hinterland lassen unglaublich schöne Sonnenuntergänge zu. Doch irgendwann ging es wieder zurück. Ein weiterer Stop in San Vicente mit einem kurzen Besuch in den Picos de Europa, einem fast 2500m hohen Gebirge direkt dahinter, durfte nicht fehlen. Es verleiht Nordspanien das regenreiche Wetter und die verhältnismäßig kühlen, also für spanische Verhältnisse erträgliche Sommertemperaturen. Die in den Bergen eingebetteten kleinen Dörfer sind ebenfalls ein Reise für sich wert gewesen. 

















Zurück durch das schroffe, grüne, wenige besiedelte Baskenland natürlich mit einem Stop an dem berühmten Pointbreak in Mundaka. Leider wieder flach, wie schon Frankreich. Dann ging es in die Urlaubshochburg Hossegor, wo wir mit Andre und Chrissi auf Matthias und Steffi stießen und unsere vorletzte Woche gemeinsam verbringen sollten. Das erste Mal seit vielen Jahren. Wir haben alle drei gemeinsam Basketball gespielt und Matthias und ich zusammen mit dem Surfen angefangen - Andre kurz danach. Nun ja, während die beiden Familien gründeten und Kinder bekamen, habe ich die Welt umreist und mein Surfen verbessert. Lange Nächte mit viel Wein standen uns bevor, viel Lachen und schwelgen in alten Geschichten obendrein. Leider konnten wir in den Tagen nur eine Handvoll Wellen sammeln, welche zudem noch recht klein waren. Der mächtige Ozean machte im Sommer seinem Mittelmeer-Ruf alle Ehren und blieb meistens leise und ruhig. Die Massen an Touris am Strand hingegen ließen dies antiproportional ausgleichen. Allerdings nützt uns das wenig. Stattdessen "mussten" wir leider in den Outlets shoppen gehen. 







Der Abschied vom Meer vom Meer fiel uns nicht leicht. Daher hatten wir uns noch ein paar Städtchen in der Provence ausgesucht, bevor wir uns unseren Weg über Grenoble nach Chamonix suchten. Aufgrund des traumhaften Wetters blieben wir gleich ein paar Tage. Eine Freundin von Isa hatte uns einen guten Platz zum freecamping genannt und die schneebedeckten Berge machten Lust auf mehr. Isa konnte leider nicht wandern, aber ich unternahm einen kleinen Trip, nur um mich dann in eiskaltem Bergbächen baden zu müssen. Nach dem Überqueren des Passes und der Einreise in die Schweiz haben wir in Cruyere noch schnell ca 3kg leckersten Käse in die Kühlbox gesteckt, bevor es dann hieß Au revior. Aber definitiv wird so eine schöner Trip wiederholt. Die spanische Nordküste und das zentrale Frankreich sind einfach viel zu schön, um es sich entgehen zu lassen. 















       

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